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Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich

Einen Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich abzuschließen ist möglich – ratsam ist es allerdings weder für den Geschäftsführer noch für die Gesellschafter. Ein Fremd-Geschäftsführer kann sich den schwer zu führenden Beweis für seinen Dienstvertrag wegen möglicher Rechtsstreitigkeiten mit der Gesellschaft kaum erlauben. Ein Gesellschafter-Geschäftsführer wird schon aus steuerlichen Gründen und zur Feststellung seiner Sozialversicherungspflicht den Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich nicht akzeptieren können.

Die Wirkungen eines Geschäftsführeranstellungsvertrags sind vielfältig. Er dient der schuldrechtlichen Bindung von Geschäftsführer und Gesellschafter im Innenverhältnis.

Damit ist der Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich oder schriftlich abgeschlossen

  • Beweis eines Dienstvertrags
  • Nachweis über Leistungszeit und Leistungsort
  • Festlegung der Aufgaben des Geschäftsführers
  • Jahresausstattung der Bezüge mit sämtlichen Zusatzbezügen
  • Beleg für steuerliche Einstufung
  • Dokument für ein Statusverfahren zur Sozialversicherungspflicht
  • Beweis bei gerichtlichen Auseinandersetzungen

Die Funktion und Rechtswirkungen des Geschäftsführeranstellungsvertrags sind zweifellos sehr umfangreich. Ungenauigkeiten, Missverständnisse und Schwierigkeiten, die getroffenen Vereinbarungen noch Jahre später exakt zu benennen, sind nicht zu vermeiden. Dies gilt besonders, wenn zum ursprünglichen Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich Nachträge folgen. Die dazugehörigen Gesellschafterbeschlüsse können zwar Anhaltspunkte für den Inhalt geben, bessere Beweiskraft hat ein schriftlicher Geschäftsführervertrag.

Eine Konfliktsituation zwischen einem Fremd-Geschäftsführer und der Gesellschaft kann zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führen. Will der Geschäftsführer Ansprüche aus dem Dienstvertrag ableiten, die nicht den gesetzlichen Vorschriften gemäß §§ 611ff. BGB entsprechen, wird ihm dies kaum gelingen, wenn er den Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich abgeschlossen hat. Als Partei ist sein Vortrag alleine noch nicht beweiskräftig. Es reicht in der Regel aus, wenn die Gesellschafter seine Behauptungen zurückweisen.

Für Gesellschafter-Geschäftsführer leitet sich der Bedarf eines schriftlichen Vertrags dagegen aus den Nachweispflichten gegenüber dem Finanzamt und den Sozialversicherungsträgern ab. Die Angabe, den Geschäftsführeranstellungsvertrag mündlich abgeschlossen zu haben, reicht weder für die Feststellung einer steuerlich vorteilhaften Betriebsausgabe noch für die Feststellung des sozialversicherungsrechtlichen Status aus.