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Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt

Schließen Gesellschafter einen Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt ab, so empfiehlt sich eine genaue Gestaltung der Vertragsklauseln und ein als Erklärungsgrundlage dienender Gesellschafterbeschluss. Wichtig ist, dass Gesellschafter und Geschäftsführer genau formulieren, welchen Rechtscharakter die fehlende Gehaltszahlung hat.

Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt rechtssicher gestalten

In der Gründungsphase ist es vielen Firmen kaum möglich, ihren Geschäftsführern ein Gehalt zu zahlen. Fremd-Geschäftsführer kann sich ein junges Unternehmen nicht leisten und die Aufgabe übernimmt einer der Gesellschafter. Die Entscheidung, bei anfänglich geringer oder nicht einzuschätzender Ertragsmöglichkeit zunächst einen Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt zu schließen, ist wirtschaftlich sinnvoll, sollte aber sorgfältig dokumentiert werden.

Sinnvoll ist eine schrittweise Vorgehensweise:

  • Ein Gesellschafterbeschluss begründet den Verzicht.
  • Der Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt nimmt auf die Begründung Bezug.
  • Ertragsbedingungen für eine Neuverhandlung der Bezüge werden vertraglich bestimmt.

Aufgehoben oder aufgeschoben

Wichtig ist, dass bei einem Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt präzise zwischen Verzicht und Stundung unterschieden wird.

Der Verzicht führt nicht zu einem nachträglichen Gehaltsanspruch, wenn sich das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich entwickelt. Der Verzicht ist eine eindeutige Vereinbarung, die keinen Raum für Auslegung lässt und nicht den Verdacht der verdeckten Gewinnausschüttung begründet. Der Gewinn der Gesellschaft steigert sich allerdings durch den Verzicht und erhöht die Steuerlast für das Unternehmen.

Auf ganz andere Art steuerlich bedenklich stellt sich die vertragliche Vereinbarung dar, wenn zwischen Gesellschafter-Geschäftsführer und Gesellschaft ein Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt in Form einer Stundung vereinbart wird. Die Stundung ist durchaus üblich und in Zeiten schlechter Ertragslage sogar von einem dem wirtschaftlichen Bestand der Gesellschaft verpflichteten Geschäftsführer zu erwarten.

In der Gründungsphase fallen jedoch der Geschäftsführeranstellungsvertrag ohne Gehalt und die schlechte Ertragslage zusammen. Dadurch kann das in der Stundungsvereinbarung bezifferte Geschäftsführergehalt bereits als solches unangemessen sein. Dies gilt selbst dann, wenn es in einem Drittvergleich mit einem Fremdgeschäftsführer oder einem vergleichbaren, schon länger tätigen Unternehmen angemessen wäre. Die Stundung ist also nur begrenzt für junge Unternehmen tauglich.